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Gilead Sciences im Fokus

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Gilead Sciences wegen des Wirkstoffs Remdesivir im Fokus

Der US-Amerikanische Pharma- und Biotechnologiekonzern Gilead Sciences stellt pharmakologische Wirkstoffe her und forscht an neuen Mitteln. Einer davon ist das Mittel Remdesivir, dass ursprünglich als Ebola-Medikament entworfen wurde. Am 17. April wurde durch eine unbeabsichtigt in der Form veröffentlichte kleine Studie eine angebliche Wirkung des Medikaments bei Menschen mit SARS-CoV-2-Infektion gezeigt: Die Patienten konnten, so das Dokument, schneller wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden, da das Medikament Remdesivir die Krankheitsdauer verkürze.

In der Spitze erreichte der Aktienkurs des Unternehmens dann die Zielmarke von etwa 85 Euro am gleichen Tag. Kurz darauf brach er allerdings wieder ein. Gründe waren Gewinnmitnahmen und Unsicherheiten ob der Meldung. So veröffentlichte die WHO am 23. April eine chinesische Studie, die Remdesivir jegliche Heilwirkung abspricht. Das Dokument wurde zurückgezogen, der Konzern widersprach dem Papier.

Am Mittwoch, den 29. April kam dann eine Meldung zustande, die Hoffnung macht: So gebe es signifikante Hinweise darauf, dass das Mittel wirksam bei der Bekämpfung des neuartigen Corona-Virus sei. Anthony Fauci, derzeit der wohl relevanteste Virologe der USA, erklärte, aus den Zahlen einer Studie mit etwa 1000 Teilnehmern ließe sich unter anderem erkennen, dass Remdesivir die Krankheitsdauer von durchschnittlich 15 auf durchschnittlich elf Tage verkürze.

Die FDA bemüht sich nun darum, dass der Wirkstoff in US-Amerikanischen Krankenhäusern eingesetzt werden kann. Allerdings ist er noch nicht als Medikament zugelassen – dies würde weitere Studien und ein langwieriges Zulassungsverfahren erfordern. Das Nutzen des Wirkstoffs Remdesivir bei Menschen mit SARS-CoV-2-Infektionen ist daher bis zur offiziellen Zulassung als experimentell zu bezeichnen.

An der Börse macht diese Meldung den Anlegern Hoffnung: Die Aktie stieg um mehrere Prozent. Der Preis liegt derzeit (Stand: 30. April, 10:30 Uhr) bei circa 78,50. Die Meldungen über weitere Studien und über den Erfolg oder Misserfolg bei der Behandlung mit Remdesivir werden vermutlich noch für die eine oder andere Veränderung sorgen.

Sollte sich Remdesivir zudem als sicher wirksam beim Kampf gegen das neuartige Corona-Virus herausstellen, stellt sich auch die Frage, wie Gilead Sciences mit der Verantwortung umgehen wird. Das Unternehmen war in der Vergangenheit öfter für eine sehr an hohen Margen orientierte Preispolitik kritisiert worden.