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Wird sich AstraZeneca gesund impfen?

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Heute möchten wir uns aus gegebenem Anlass mal eine vermeintlich ziemlich teure Aktie ansehen, deren Kurs schon um die 8.500 Britische Pence erklommen hat, was umgerechnet in etwa 94 Euro gleichkommt. Es geht um die
AstraZeneca Aktie, WKN: 886455, ISIN: GB0009895292

AstraZeneca PLC ist ein global führendes Pharmazieunternehmen. Es entwickelt, produziert und vermarktet verschreibungspflichtige Medikamente, wobei sich der Forschungsbereich des Unternehmens auf diese Zweige konzentriert:

  • Atemwege
  • Herz-Kreislauf
  • Stoffwechsel
  • Krebs
  • entzündliche Erkrankungen
  • Infektionen
  • neurologische Störungen

Es geht also vornehmlich um Medikamente gegen:

  • Asthma
  • Herzinfarkt
  • Brust- und Prostatakrebs
  • Diabetes
  • Depressionen
  • Schizophrenie
  • bipolare Störungen

Entstanden ist dieses Unternehmen im Jahre 1999 durch eine Fusion des englischen Unternehmens Zeneca mit dem schon 1913 gegründeten schwedischen Konzern Astra.

AstraZeneca steht an vorderster Front bei der Entwicklung eines Impfstoffs gegen COVID-19

Impfstoffe gegen Grippe sind für AstraZeneca kein großes Ding. Doch die aktuelle Zusammenarbeit mit dem Jenner Institute, das der Universität Oxford angehört, katapultiert AstraZeneca gerade ganz nach vorne. Gemäß Weltgesundheitsorganisation (WHO) befinden sich zurzeit 140 Test-Impfstoffe gegen Sars-CoV-2 in vorklinischen und klinischen Phasen, darunter auch AstraZenecas Wirkstoff, der als aussichtsreicher Kandidat gilt. Im Mai begann eine umfangreiche Studie darüber. In den kommenden Monaten soll die Impfung an mehr als 10.000 Erwachsenen probiert werden.

Dabei wird ein sogenannter viraler Vektor verwendet. In diesem Zuge werden ungefährliche Viruspartikel gentechnisch gezielt verändert und als Vehikel verwendet, um die Zellen mit bestimmten Informationen zu versorgen. Auf diese Weise erkennt der Körper die Bedrohung und produziert Antikörper dagegen. AstraZeneca hat sich in der Sache für ein Erkältungsvirus, das bei Schimpansen auftritt, entschieden.

Obwohl es noch keinerlei Erfolgsgarantie gibt, haben sich Großbritannien und die EU-Impfallianz einschließlich Deutschland allein für dieses Jahr schon Millionen Impfdosen gesichert. Damit die Schwellenländer dabei nicht den Kürzeren ziehen, wurde in Indien eine Lizenzvereinbarung geschlossen.

AstraZeneca kann die neue Aufmerksamkeit gut gebrauchen, denn der Konzern hatte ein wichtiges Patent bei seinem früheren Kassenschlager Crestor, ein Cholesterinsenker, eingebüßt, was sich in den Umsätzen jahrelang negativ bemerkbar machte. Aktuell haben sich aber durch neuartige Krebstherapien wie

  • Tagrisso
  • Imfinzi
  • Lynparza

ein paar Lichtblicke ergeben. Doch gegen Ende 2019 betrug die Nettoverschuldung noch immer fast zwölf Milliarden Dollar. Die Gerüchte, dass AstraZeneca den US-Pharmakonzern Gilead Sciences übernehmen will, waren daher für Kenner der Szene kaum zu verstehen. Das US-Unternehmen hat diesen Vorstoß der Briten allerdings dankend abgelehnt.

Was sagen die Analysten?

Die Mehrheit spricht sich für einen Kauf aus. Das durchschnittliche Kursziel geht von rund 8.900 Pence (GBp), also knapp 100 Euro aus. Eine Hochzeit mit Gilead wird eher mit Stirnrunzeln wahrgenommen, weil der US-Konzern nur über ein geringes Wachstum und zudem über eine schmale Produktpipeline verfügt.

Keyur Parekh von Goldman Sachs sieht das Kursziel eher bei 6.000 Pence, obwohl er dem Konzern in den kommenden Jahren ein hohes Wachstum zutraut. Gerade die Studie zum Lungenkrebsmittel Tagrisso hat ihn durchaus beeindruckt, aber er sagt, die guten Nachrichten seien im Kurs bereits eingepreist.

Zum Aktien-Chart

Vom Tiefpunkt Mitte März 2020 bei 5.870 Pence erfolgte ein rasanter Anstieg um circa 60 Prozent bis auf 9.330 Pence im Mai. Seither ging es mit dem Kurs wieder etwas herunter, aber eigentlich ist es wohl eher eine Seitwärtsbewegung. Längerfristig betrachtet zeigt das Papier seit sechs Jahren einen ziemlich markanten Aufwärtstrend, der durch die Aktivitäten um den Corona-Impfstoff gewiss nicht ins Negative umkehren wird.