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Konzept: Gewinner im Geschäft. Thrillter junger Geschäftsmann jubelt vor einem positiven Geschäftsdiagramm, einzeln auf grauem Hintergrund.

Wie ist das merkwürdige Verhalten der Audi-Aktie zu erklären?

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Die Audi-Aktie (WKN: 675700 ISIN: DE0006757008) hat, übrigens völlig konträr zu allen anderen Auto-Aktien, in letzter Zeit einen äußerst merkwürdigen Chartverlauf hingelegt. Noch zu Jahresbeginn dümpelte ihr Kurs um 810 Euro vor sich hin, setzte Anfang März zu einem Sprung auf 1.045 Euro an, um zum Maximum der Corona-Krise Mitte März auf gerade mal 912 Euro zu „fallen“, rappelte sich bis Mitte Juni wieder auf 1.050 Euro hoch, um am 17. Juni auf 1.580 Euro hochzuspringen. Auf diesem Niveau zappelt jetzt der Kurs vor sich. Wie ist denn so etwas zu erklären?

Es liegt am VW-Konzern, der die Minderheitsaktionäre seiner Tochterfirma Audi im Zuge eines sogenannten „Squeeze-out-Verfahrens“ unbedingt herausdrängen will. Die Audi-AG kann auf einen Börsenwert von immerhin 35 Milliarden Euro verweisen. Volkswagen ist bereits stolzer Eigentümer von 99,64 Prozent der Audi-AG. Der kleine Rest an Aktien befindet sich offensichtlich in den Händen von Spekulanten, die zu Recht davon ausgegangen sind, dass Volkswagen dazu bereit ist, den Inhabern der letzten Audi-Aktien eine lukrative Abfindung anzubieten.

Die Erklärung des merkwürdigen Kurssprunges ist damit nun recht einfach geworden. Am 16. Juni beschoss VW, den Aktionären stolze 1551,53 Euro pro Aktie auszuzahlen. In der Annahme, dass dieses lukrative Angebot auf der Hauptversammlung der Audi-AG am 31. Juli abgenickt wird, hat sich der Kurs eben in dieser Weise manifestiert.

Gleich noch eine aktuelle Meldung zu Audi

Nachdem im Zusammenhang mit der Diesel-Affäre gegen den früheren Audi-Chef Rupert Stadler bereits ein juristisches Verfahren läuft, wurden nun noch drei ehemalige Vorstandskollegen angeklagt. Die Staatsanwaltschaft München legt ihnen zur Last, dass sie über die Manipulation der Abgaswerte Bescheid gewusst hätten und dennoch den weiteren Verkauf solcher Fahrzeuge veranlasst oder zumindest nicht gestoppt haben. Das Oberlandesgericht teilte dazu mit, dass diese Anklage durch dieselbe Wirtschaftsstrafkammer entschieden wird, vor der sich auch Stadler ab dem 30. September zu verantworten hat.

Seit dem Jahre 2015 hat der Diesel-Skandal Audi über drei Milliarden Euro gekostet. Ein Sprecher der Audi-AG erläuterte dazu, dass die Anklagen gegen Einzelpersonen völlig getrennt zu sehen sind vom Verfahren gegen den Auto-Konzern. Letzteres wurde im Oktober 2018 unter Verhängung eines Bußgeldbescheides in Höhe von 800 Millionen Euro endgültig abgeschlossen.