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Generische große LKWs, die bei Sonnenuntergang auf der Autobahn fahren - Verkehrskonzept , große LKW-Container

Traton baut jetzt Lkw für die USA

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Seit Mitte 2019 ist die Traton Aktie (WKN: TRAT0N; ISIN: DE000TRAT0N7) an der Börse frei handelbar. Die VW-Lkw-Holding Traton liebäugelt ja schon lange mit dem US-Markt. Durch einen milliardenschweren Zukauf hat sie sich nun die begehrte Brücke über den großen Teich gebaut.

Es waren in der Tat zähe Verhandlungen nötig, aber jetzt ist es amtlich. Volkswagen und der US-Truck- und Bushersteller Navistar einigten sich auf einen Preis, mit dem beide leben können. Damit stellt Traton seinen Fuß in die Tür des so begehrten nordamerikanischen Nutzfahrzeugmarktes. Doch billig ist die Aktion für das Münchener Unternehmen nicht: Die Anteile des US-Konzerns kosten 3,7 Milliarden US-Dollar, das entspricht in etwa 3,2 Milliarden Euro.

Aber woher nehmen, wenn nicht stehlen?

Bereits seit einigen Jahren ist VW an Navistar beteiligt, zuletzt waren das knapp 17 Prozent. Im Januar 2020 legte VW endlich die Karten auf den Tisch und verkündete sein Interesse an einer kompletten Übernahme. Dahinter steckt gewiss auch der nicht unerhebliche Respekt vor dem Rivalen Daimler.

VW ist mit den Marken Scania, Volkswagen Caminhões e Ônibus und MAN in Europa und Südamerika stark vertreten. Doch Daimler brilliert schon lange als Weltmarktführer bei schweren Lkw auf dem amerikanischen Markt. Vor allem sind es die Freightliner sowie die Busse von Thomas Built, die in den USA Furore gemacht haben.

Es wurde hoch gepokert

Der Hedgefonds MHR der US-Starinvestoren Carl Icahn und Mark Rachesky erwies sich als besonders harter Brocken mit seinen opulenten Forderungen für seine Anteile. Noch im September 2020 wurde die Offerte von 35 auf 43 Dollar je Aktie erhöht, aber das reichte den eleganten Herren im Nadelstreifenanzug offenbar noch nicht. Erst nachdem VW gezwungen war, ein Ultimatum zu setzen, gingen die Papiere schließlich für 44,50 Dollar über den Tisch.

Die Zocker an der Börse bekamen durch das VW-Ultimatum übrigens ziemlich kalte Füße. Doch dann kamen die Nachrichten, die aufatmen ließen, und der Kurs von Navistar sprang sogleich um 23 Prozent an auf über 43 Dollar.

Die Zeche bezahlen müssen die Mitarbeiter

Wir sollten aber bei allen Erfolgen nicht vergessen, dass auch gerade das Nutzfahrzeuggeschäft von VW unter der Corona-Krise zu leiden hat. Es gab nur wenige mutige Spediteure, die es wagten, in diesem denkwürdigen Jahr 2020 große teure Lkw zu bestellen. Traton jedenfalls will und muss die Kosten senken. Bei MAN müssen möglicherweise 9.500 von circa 39.000 Arbeitsplätzen gestrichen werden und bei Scania werden wohl bis zu 5.000 Stellen wegfallen.

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