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Kryptische Wall Street

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Jedes Töpfchen findet sein Deckelchen: Die Handybranche hat Apple, der Online-Handel Amazon und nun hat die ganze Kryptowährungsszene Coinbase (Coinbase Global A Aktie; WKN: A2QP7J; ISIN: US19260Q1076). Es ist eine Art Börsenplattform, wo gut 56 Millionen Anleger mit ungefähr 50 unterschiedlichen Kryptowährungen handeln. Bitcoin mag davon die Bekannteste sein, es gibt aber zum Beispiel auch „SushiSwap“.

Der Börsengang des Krypto-Schwergewichts Coinbase an der Wall Street war Mitte April 2021 mehr als nur ein voller Erfolg, denn die Anleger rissen sich geradezu um die Aktien. Ihr erster Kurs lag sogleich 52 Prozent über dem Referenzpreis von 250 Dollar.

Virtuelle Werte ohne Grenzen

Der Börsenwert der Krypto-Handelsplattform beträgt nun schon fast 100 Milliarden Dollar, Tendenz steigend. Das ist mehr, als alle anderen Börsenbetreiber zu bieten haben. Die Marktkapitalisierung der New Yorker Börse „Intercontinental Exchange“ kommt nicht einmal auf 66 Milliarden Dollar.

Die Fans der Cyberdevisen sehen in dem neuen Listing einen echten Meilenstein für Bitcoin und Co., denn jetzt kann die Wall Street keine Kryptowährung mehr ignorieren. Tatsächlich ist Coinbase hochgradig profitabel. Im ersten Quartal 2021 lag ihr Gewinn nach Informationen des Plattformbetreibers zwischen 730 und 800 Millionen Dollar. Der Umsatz war sogar auf 1,8 Milliarden Dollar gestiegen. Bei der Zahl der Nutzer wurde in diesen drei Monaten mehr als eine Vervierfachung auf nunmehr 56 Millionen festgestellt.

Den Ausschlag gibt immer der Bitcoin-Kurs

Ihr Geld verdient die Handelsplattform in erster Linie mit Gebühren. Diese orientieren sich stets am Preis der Kryptowährungen. Kein Wunder, dass das Geschäft zurzeit ganz hervorragend läuft. Wenn wir allein den Bitcoin betrachten, sehen wir fast eine Verzehnfachung innerhalb eines Jahres auf knapp 65.000 Dollar.

Sollte es zu einem Crash wie im Jahre 2018 kommen, damals brach der Kurs des Bitcoins um mehr als 70 Prozent ein, würde ein solches Szenario einen ganz enormen negativen Einfluss auf das Geschäft von Coinbase haben.

Die Gebühren sind keine Konstante

Schwächelt der Kryptorausch, geraten die Gebühren der Handelsplattform unter Druck. So war es auch bei Betreibern von Aktien-Trading-Apps und Online-Brokern. Übrigens ist sogar der PayPal-Konzern in den Bitcoin-Handel eingestiegen, was ja grundsätzlich gut für den Wettbewerb ist.

Jesse Powell ist der Chef des Coinbase-Konkurrenten Kraken. Vor Kurzem warnte er im Fernsehsender CNBC davor, dass verschiedene Regierungen sich möglicherweise bald genötigt sehen, bei den digitalen Währungen „durchzugreifen“, weil gerade Kriminelle sehr gern Kryptowährungen für Geldwäscheaktionen verwenden.

Es ist also unbedingt mit weiteren Regulierungsschritten zu rechnen. Dem versuchte Coinbase zuvorzukommen, indem das Unternehmen Manager zum Secret Service und zum FBI entsandte, um dort Erklärungen darüber abzugeben, dass Coinbase eben kein Eldorado für Drogendealer und Geldwäscher sei.

Gibt es Sicherheiten für die Anleger?

So unbeliebt Regulierungen auch sein mögen, sie sind aber dringend nötig, um bei den Anlegern Vertrauen zu generieren. Deshalb haben Coinbase und weitere drei Handelsplattformen bei der BaFin ganz bewusst eine Lizenz beantragt.

Zudem ist die gesamte Branche der Kryptowährungen vor Hacker-Angriffen nicht gefeit. Bereits im Jahre 2013 klauten Hacker mehrere Millionen Dollar auf diversen Krypto-Börsen. Coinbase weist deshalb darauf hin, dass das Geld seiner Kunden sicher ist, weil es die Schlüsselcodes seiner Kunden vom Internet getrennt aufbewahrt.