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Kosten bei Fonds senken die Rendite – Anleger sollten auf Gebühren achten

Beim Vergleich verschiedener Investmentfonds achten Anleger oftmals nur darauf, wie die Wertentwicklung der Fondsanteile in der Vergangenheit gewesen ist. Dieser Ansatz ist zwar nicht falsch, allerdings werden dabei nicht die Kosten berücksichtigt, die sich jedoch auf die Rendite auswirken. Insbesondere bei einem Fondsvergleich ist es wichtig, dass Anleger eben nicht nur auf die reine Performance schauen, sondern die Gebühren und andere Kosten mit einbeziehen. Dazu müssen Sie natürlich wissen, welche Kosten im Zusammenhang mit dem Erwerb von Fondsanteilen und der Verwaltung der Fonds anfallen können.

Wertentwicklung und Rendite voneinander trennen

Zunächst einmal ist es wichtig, dass Sie sich über den Unterschied zwischen der Performance (Wertentwicklung) und der Rendite eines Fonds bzw. einer Geldanlage im Klaren sind. Mit der Performance ist gemeint, wie sich der Preis des einzelnen Fondsanteils in der Vergangenheit entwickelt hat. Sämtliche Kosten, die für Sie als Anleger im Zusammenhang mit dem Investment in Fonds entstehen, werden demnach innerhalb dieser Wertentwicklung nicht berücksichtigt. Anders sieht es bei der Rendite aus. Dort wird ebenfalls zunächst die Wertentwicklung betrachtet. Allerdings werden im zweiten Schritt sämtliche Kosten abgezogen, denn diese mindern die Rendite. Die Berechnung der Rendite sieht demnach wie folgt aus:

Wertentwicklung (Fondsanteile) – Kosten (für den Anleger) = Rendite

Um die Rendite eines Fondsanteils bzw. Ihres Investments in Fonds zu berechnen, müssen Sie also zwingend zwei Größen kennen. Zum einen ist dies die Wertentwicklung und zum anderen alle Kosten, die Ihnen im Zusammenhang mit der Anlage in Fonds entstehen. Welche Kosten es gibt, das erfahren Sie in den folgenden Abschnitten.

Welche Kosten gibt es bei Investmentfonds: ein Überblick

Zunächst möchten wir kurz einen Überblick darüber geben, welche Kostenarten es bei Investmentfonds typischerweise gibt. Das bedeutet allerdings nicht, dass alle im Folgenden genannten Kosten auch bei jedem Investmentfonds anfallen würden. Insbesondere die folgenden Gebühren treten auf:

  • Managementgebühr
  • Verwaltungsgebühr
  • Vertriebsprovision
  • Ausgabeaufschlag

Ein wichtiges Hilfsmittel kann die sogenannte Gesamtkostenquote sein. Die Total Expensive Rate (TER) gibt als Prozentsatz im Jahr einen Überblick darüber, wie hoch die Gesamtkosten für den Anleger sind. Aber Vorsicht: Es sind nicht zwangsläufig alle anfallenden Kosten tatsächlich in der Gesamtkostenrate enthalten. Der Ausgabeaufschlag zum Beispiel wird in der TER nicht berücksichtigt.

Managementgebühr: meistens der größte Kostenfaktor bei Fonds

Die Managementgebühr zählt du zu den Kosten, die bei einem Investment in aktiv gemanagte Fonds am häufigsten anfallen und auch vom Anteil her in der Regel die größte Belastung für den Anleger darstellen. Wie hoch die Managementgebühr ist, richtet sich insbesondere danach, um welche Art Fonds es sich handelt. Während Sie beispielsweise bei europäischen Geldmarktfonds und bestimmten Rentenfonds häufig eine relativ geringe Managementgebühr von vielleicht 0,4 bis 0,6 Prozent zahlen, kann die Managementgebühr insbesondere bei den folgenden Fondsarten teilweise mit mehr als einem Prozent pro Jahr zu Buche schlagen:

  • Offene Immobilienfonds
  • Aktienfonds
  • Gemischte Fonds

Insbesondere bei Garantiefonds und den sogenannten Riesterfonds kann es passieren, dass die Managementgebühr sogar mehr als 1,5 Prozent beträgt. Daher ist es wichtig, dass Sie beim Vergleich der Fonds durchaus gezielt auf diesen Kostenfaktor achten.

Verwaltungsgebühren der Fonds: selten mehr als 0,5 %

Ein weiterer Kostenfaktor tritt ebenfalls bei den meisten offenen Fonds auf, nämlich die Verwaltungsgebühren. Diese werden allerdings häufig nicht explizit genannt, sondern sind zum Beispiel in einer Servicegebühr enthalten. Die Verwaltungsgebühren werden dafür berechnet, dass die Fondsgesellschaft die Verwaltung Ihrer Anteile und des gesamten Fonds übernimmt. Meistens bewegen sich diese Kosten im Bereich zwischen 0,2 und 0,4 Prozent. Selten überschreiten die Verwaltungsgebühren die Grenze von 0,5 Prozent.

Vertriebsgebühr: in der Regel nur bei Trading-Fonds

Bei den Vertriebsgebühren handelt es sich um Kosten, die in der Regel bei sogenannten Trading-Fonds anzutreffen sind. Dabei handelt es sich um Investmentfonds, die eigentlich eher für ein kurz- oder mittelfristiges Investment gedacht sind. Trotzdem kann der Anleger diese Fondsanteile natürlich auch langfristig im Depot haben. Charakteristisch für Trading-Fonds ist auf der einen Seite, dass die Vertriebsgebühren berechnet werden, auf der anderen Seite gibt es allerdings meistens keinen Ausgabeaufschlag.

Ausgabeaufschlag: nicht in der Gesamtkostenrate enthalten

Wie zuvor bereits erwähnt, ist der sogenannte Ausgabeaufschlag nicht in der Gesamtkostenrate enthalten. Berechnet wird dieser Aufschlag in der Regel bei sogenannten Classic-Fonds. Den Aufschlag können Sie ermitteln, indem Sie den Ausgabepreis und den Rücknahmepreis für einen Fondsanteil miteinander vergleichen. In diesem Fall ist der Rücknahmepreis etwas niedriger und die Differenz zum Ausgabepreis stellt den Ausgabeaufschlag dar. Je nach Fonds beläuft sich der Ausgabeaufschlag meistens auf 0,5 bis teilweise über 5 Prozent. Umso wichtiger ist es, dass Sie auch diese Kosten mit einkalkulieren, selbst wenn der Ausgabeaufschlag nicht Teil der Gesamtkostenrate ist.

Kosten können Rendite um über 2 % senken

Wenn wir nun einmal eine Aufstellung vornehmen, welche einzelnen Kosten im Zusammenhang mit dem Investment in offene Fonds anfallen können, werden Sie schnell erkennen, dass die Gesamtkosten Ihre Rendite teilweise um mehr als zwei Prozent reduzieren können. Dazu nehmen wir einmal die folgenden typischen Kosten an, die im Zusammenhang mit der Anlage in einen Aktienfonds entstehen können:

  • Managementgebühr: 1,2 %
  • Verwaltungsgebühr: 0,3 %
  • Ausgabeaufschlag: 5 % (1% aufs Jahr gerechnet)

Beim Ausgabeaufschlag haben wir die insgesamt fünf Prozent auf fünf Jahre umgerechnet, weil wir im Beispiel davon ausgehen, dass dies die Haltedauer der Fondsanteile ist. In der Summe entsteht so eine Gesamtkostenrate von 2,5 Prozent. Der Ausgabeaufschlag würde natürlich deutlich weniger zu Buche schlagen, wenn Sie beispielsweise eine Haltedauer von zehn Jahren oder darüber hinaus planen.

Wie kann ich Kosten bei Fonds reduzieren oder vermeiden?

Es gibt durchaus mehrere Möglichkeiten, wie Sie die zuvor angesprochenen Kosten zumindest reduzieren können. Ein Weg besteht darin, dass Sie sich statt für aktiv gemanagte Fonds gezielt für ETFs, also für Indexfonds, entscheiden. Dort liegt die Gesamtkostenquote nämlich selten oberhalb von 0,5 Prozent. Sie können also im Vergleich zu klassischen Aktienfonds teilweise mehr als 1,5 Prozent an Kosten pro Jahr einsparen und somit Ihre Rendite um diese 1,5 Prozent erhöhen.

Ein anderer Weg ist es, dass Sie gezielt auf Angebote von Banken und Broker achten. Häufiger gibt es nämlich einen Rabatt zwischen 50 und 100 Prozent auf den Ausgabeaufschlag. Voraussetzung ist meistens nur, dass es sich um Fonds einer bestimmten Fondsgesellschaft handelt. Wenn wir bei unserem Beispiel bleiben, könnten Sie bei einem Rabatt von 100 Prozent demnach Kosten in Höhe von umgerechnet einem Prozent pro Jahr einsparen.

Ein dritter Weg besteht selbstverständlich darin, dass Sie im beim Fondsvergleich nicht nur auf die Performance achten, sondern ebenfalls die Kosten miteinander vergleichen. Zusammengefasst sind es demnach die folgenden drei Möglichkeiten, wie Sie im Fondsbereich Kosten reduzieren und teilweise vermeiden können:

  • ETFs statt aktiv gemanagte Fonds wählen
  • Angebote mit Rabatt auf den Ausgabeaufschlag nutzen
  • Kosten verschiedener Fonds miteinander vergleichen

Ebenfalls achten sollten Sie darauf, was eigentlich die Nutzung Ihres Wertpapierdepots an Kosten verursacht. Manche Banken und Broker bieten ein kostenfreies Depot an, sodass Sie in diesem Bereich ebenfalls die Möglichkeit haben, Kosten im Zusammenhang mit der Anlage in Fonds zu verringern.

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