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Die Curevac-Emission an der Nasdaq war ein voller Erfolg

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Das „Initial Public Offering“ (IPO) der CUREVAC N.V. O.N. Aktie (WKN: A2P71U ISIN: NL0015436031) an der US-Technologiebörse Nasdaq war ein voller Erfolg. Das Tübinger Unternehmen spielte auf diese bequeme Weise circa 213 Millionen Dollar frisches Geld ein, um vor allem mit der beschleunigten Weiterentwicklung eines Corona-Impfstoffs voranzukommen, wobei zugleich ausreichende Produktionskapazitäten ins Blickfeld rücken sollen.

In den USA war gewiss mehr als in Frankfurt zu holen

Die Biotechfirma Curevac platzierte an der Nasdaq am Freitag, den 14. August 2020, insgesamt 13.300.000 Aktien und erzielte damit einen Bruttoerlös in Höhe von circa 213 Millionen Dollar, das entspricht in etwa 180 Millionen Euro. Wegen mehrfacher Überzeichnung lag der Ausgabekurs pro Aktie wie erwartet an der oberen Kante des vorgesehenen Kanals zwischen 14 und 16 Dollar.

Bislang wurde das Unternehmen hauptsächlich durch den SAP-Gründer Dietmar Hopp finanziert. Jetzt erfolgte der bisher größte Börsengang in der Geschichte der deutschen Biotechindustrie. Die Dievini-Hopp-Biotech-Holding hält nach dem IPO noch ungefähr 49 Prozent des Aktienkapitals.

Wer gerade an einem Impfstoff forscht hat gute Karten

Dass dieser Börsengang so gut flutschte, ist dem allgemein günstigen Börsenklima für Biotechwerte im Verein mit der hohen Aufmerksamkeit für die Impfstoff-Forschung geschuldet. Im Jahre 2000 wurde Curevac gegründet und nahm sofort eine Pionierstellung auf dem Gebiet der Messenger-RNA (mRNA) ein. Wie die Mainzer BioNTech und die US-Biotechfirma Moderna gehört Curevac nun zu den führenden Playern, die an Impfstoffen auf der Basis der mRNA forschen und deren Produktion auf den Weg bringen.

Gegenüber den genannten, ebenfalls börsennotierten Konkurrenten hinkt Curevac übrigens um ungefähr 1/4 Jahr in der Zeit hinterher. Doch unabhängig davon ist die Strategie des Unternehmens vielversprechend, denn mRNA soll als Plattform für viele unterschiedliche Medikamente und Impfstoffe genutzt werden, um mittel- und langfristig eine ganz neue Klasse von Arzneiwirkstoffen zu etablieren.

Angesiedelt irgendwo zwischen Proteinen und Genen kann künstlich erzeugte mRNA unsere Körperzellen dazu anregen, alle möglichen Proteinbausteine zu produzieren, auch pharmazeutisch wirksame oder eben Proteinbestandteile von SARS-CoV-2, um unser Immunsystem dahingehend zu stimulieren, entsprechende Antikörper zu bauen.

Tatsächlich ermöglicht es die mRNA-Technologie, Impfstoffe gegen neue Erreger überaus schnell entwickeln zu können. Biontech und Moderna haben schon umfangreiche Phase-3-Studien zu ihrem COVID-19-Vakzin gestartet. Erste Ergebnisse dazu werden bereits für den Herbst 2020 erwartet. Die Börsenwerte beider Unternehmen haben sich bezogen auf ihre Ausgabekurse schon mehr als vervierfacht.

Deutsche Unternehmen lieben die Nasdaq

Schon fast ein Dutzend deutsche Biotech-Unternehmen tummeln sich an der Nasdaq. Zuletzt war es die ebenfalls in Tübingen ansässige Immatics, die sich ihre Krebsforschung im Zuge einer Fusion durch die US-Börse finanzieren ließ. Auch die Rostocker Centogene machte ihre Reise letztes Jahr an die US-Technologiebörse. Davor waren es unter anderem Affimed, Inflarx oder Pieris Pharmaceuticals.