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Der schwere Weg der Öl-Aktien

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Ende April 2021 hat kein Geringerer als das deutsche Bundesverfassungsgericht zu effektiverem Klimaschutz angemahnt. Wie im Gefolge dessen hat am 26. Mai ein niederländisches Gericht Royal Dutch Shell ganz konkret zu mehr Klimaschutz verurteilt. Dies löste eine gewisse Unruhe im Öl- und Gassektor aus.

Die höchst richterliche Forderung sieht so aus, dass Shell im Jahre 2030 nur noch 55 Prozent jener Menge an Kohlendioxid ausstoßen darf, die der Konzern 2019 in die Luft gepustet hat. Die Kosten für die dafür erforderliche Umstrukturierung des Unternehmens werden gewaltig sein. Selbstverständlich werden auch andere Öl-Aktien darauf reagieren, denn das Urteil aus Den Haag wird mit Sicherheit eine weite Strahlkraft entfalten.

Wie wird es nun weitergehen?

Sehr wahrscheinlich müssen alle Ölunternehmen ihre Geschäftsmodelle ändern, und zwar in eine Richtung, die auf erneuerbare Energiequellen abzielt. Sogenannte „Upstream-Konzerne“ werden ihren Schwerpunkt vom Erdöl auf andere Rohstoffe verlagern, die zum Beispiel zur Produktion von Lithium-Ionen-Batterien erforderlich sind. Dazu gehören neben Lithium auch Nickel und Grafit.

In der Tat ist eine schier endlose Batterieproduktion nötig, will man dem Plan folgend Elektroautos als dezentrale Energiespeicher verwenden, um die bisherigen Spitzenlastkraftwerke damit abzulösen.

Midstream-Unternehmen betreiben heute Öl- und Gas-Pipelines. Für sie wird der Weg an der gerade aufkeimenden Wasserstoffwirtschaft nicht vorbei führen, denn auch Wasserstoff will transportiert sein und dafür braucht es besonders dichte, verlässliche Pipelines.

Downstream-Unternehmen verarbeiten zurzeit unter anderem Öl zu Benzin oder Kerosin. Sie werden ihre Aktivitäten wahrscheinlich auf Biokraftstoffe und die Chemieindustrie im Allgemeinen richten.

Nach Durchschreiten der Talsohle geht es wieder aufwärts

Was wir damit sagen wollen, ist, dass die modernen Entwicklungen im Energiesektor nicht das jähe Ende der heutigen Öl-Aktien bedeutet. Ganz im Gegenteil: Nach einer überschaubaren Durststrecke, die durch große Investitionen und Umstrukturierungen geprägt sein wird, werden diese Unternehmen in der zukünftigen „grünen Wirtschaft“ wieder so richtig aufblühen.

Royal Dutch Shell gehörte bislang wie die meisten anderen Öl-Aktien zu den guten Dividendenzahlern. Das wird mit ziemlicher Sicherheit erst einmal ein Ende haben. Für die Aktionäre bedeutet das, so ehrlich wollen wir hier sein, neben deutlich kleineren Dividenden einen gewissen Einbruch im Aktienkurs, zumindest solange diese Unternehmen mit ihrer Transformation zu kämpfen haben.