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DAX Umbau – Von 30 auf 40 Positionen

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Mit Spannung wird die Entscheidung der Deutschen Börse erwartet, welche Titel künftig in den DAX aufsteigen werden und den deutschen Leitindex in ein neues Licht rücken.

Schon im Herbst 2020 gab die Deutsche Börse umfassende Änderungen der Richtlinien bekannt. Der größte und wichtigste Index von Deutschland soll von 30 auf 40 verschiedene Aktientitel ausgebaut werden. Grund dafür war zum einen der Blick auf die internationale Konkurrenz sowie die Lehre aus Problemkandidaten sowie dem Desaster um Wirecard.

Oft müssen sich europäische Leitindizes Anschuldigungen der “Old Economy” stellen. Alte Industriekonzerne, die kaum vom Fleck kommen und nur wenig vertretene Technologie, geschweige denn Zukunftsmusik. Dem soll mit dem Umbau des DAX entgegengewirkt werden. Zu den bisherigen DAX-Werten stoßen 10 Titel aus dem MDAX, der zweiten deutschen Börsenliga hinzu. Somit wird der DAX erweitert, der MDAX aber beschnitten. Unter den möglichen Aufsteigern sind zwar ebenfalls Urgesteine wie Porsche, Knorr-Bremse oder Beiersdorf, aber auch durchaus Wachstumstitel wie Labor- und Prozesstechnologie-Anbieter Sartorius, Medizintechnik-Anbieter Carl Zeiss Meditec oder europäischer Onlinehandel-Gigant Zalando. Welche Titel ab September 2021 dann amtlich in den DAX aufsteigen, will die Deutsche Börse noch im August beschließen. Das genaue Datum ist noch nicht bekannt.

Weiterhin möchte man Hand in Hand mit dem Umbau für ein strikteres Regelwerk sowie Vorgehen sorgen. Damit zieht man direkte Konsequenzen aus dem historischen Niedergang Wirecards. Der ehemalige Zahlungsabwickler und DAX-Titel hatte mehrmals hintereinander das Veröffentlichen des Quartals- bzw. Jahresberichtes verschoben. Infolge dessen wurde eine Bilanzmanipulation gigantischem Ausmaßes aufgedeckt. Die Aktien des Unternehmens fielen in einer Woche um über 80 Prozent und sorgten für eine leichte Belastung des DAX-Kurses. Wegen Lücken im Regelwerk war es nicht nur zu diesem Fiasko gekommen, auch Abhilfe konnte erst Monate danach geschaffen werden. Mit dem Ersetzen Wirecards wurden das Regelwerk im Bezug auf Stichtage zur Veröffentlichung sowie Strafen und Austausch bereits überarbeitet. Für den kommenden DAX 40 soll es künftig mehrmals im Jahr Prüfungen zur Zusammensetzung geben, ähnlich wie es bei dem US-Gegenstück Dow Jones. Besonderes Augenmerk wird zukünftig ebenfalls auf ESG-Standards gesetzt. Also die Verträglichkeit zu Ethik, Gesellschaft und Umwelt.

Trotz vereinzelter Kritik von Börsenexperten, der Umbau ändere nichts an der Gewichtung der “Old Economy” im DAX, wird der Umbau vom Großteil der Anleger begrüßt. Dabei stehen vor allem die Punkte Diversifikation, Qualitätsstandards und Zukunftsausrichtung an oberster Stelle.
Die Deutsche Börse und europäische Analysten gehen davon aus, dass sich mit dem Umbau auch mehr Interesse und Kapital in den DAX verlagern wird.