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Das Ende der gebührenfreien Neobroker?

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Neobroker wie Trade Republic, Smartbroker oder auch Scalable Capital sind derzeit in aller Munde. Die neuen Anbieter haben es geschickt geschafft, gerade junge Menschen, zu Aktionären zu machen und haben ihren Beitrag zur Finanzbildung der breiten Masse beigetragen.

Die einfache Bedienbarkeit über Apps oder intuitiv bedienbare Websites und die niedrigen Gebühren haben den nicht abreißenden Zulauf neuer Kunden beflügelt. Denn im Gegensatz zu klassischen Brokern oder den Angeboten der klassischen Filialbanken sind die Kosten für die Depotführung oder die Orderentgelte extrem niedrig. Bei manchen Anbietern muss der Kunde mitunter gar keine Gebühren bezahlen. Bislang haben sich die Neobroker anderweitig finanziert. Der Großteil der Einnahmen stammt aus Rückvergütungen, welche zwischen dem Broker und den handelsausführenden Unternehmen, den sogenannten Market-Makern, fließen. Auch wird meist bei günstigeren Handelsplätzen der Kauf abgewickelt.

Dieses System der Rückvergütungen nennt sich „Payment for Oder Flow“ und ist der Europäischen Union ein Dorn im Auge. Wie die Europäische Wertpapieraufsicht, die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen und auch das US-Pendant, die SEC, bereits mehrfach in der Vergangenheit geäußert haben, wird befürchtet, dass das Rückvergütungssystem den Aktienmarkt intransparent mache und die Kunden zu mehr Trades – auch in risikoreichere Anlageklassen – animiere. Je mehr Trades die Kunden in Auftrag geben, desto höher sind die Rückvergütungen der Market-Maker an die Broker.
Sollte die EU-Kommission sich tatsächlich erneut mit dieser Thematik beschäftigen, wird erwartet, dass das entsprechende Geschäftsmodell eingeschränkt oder gar ganz verboten wird. Aktuell liegt ein erster Gesetzesentwurf bereits vor, welcher im kommenden Jahr in die Abstimmungen der EU-Institutionen geht. Und das hätte massive Auswirkungen für die Kunden von Neobrokern. Denn in diesem Fall mussten die Gebühren für die Kunden massiv steigen, um den Verlust der Einkommensquelle bei den Brokern zu kompensieren.

Auf erste Rückfragen zeigen sich die Neobroker geschlossen entspannt. Entsprechende Rückvergütungen würden auch an klassische Banken gezahlt, nur dass diese die Einnahmen nicht bei der Berechnung der Kundenentgelte einfließen würden. Auch sei der Gesetzesentwurf noch nicht final entschieden und bearbeitet, sodass frühestens im nächsten Jahr mit Veränderungen oder gar einer Umsetzung in nationales Recht zu rechnen sei.

Die Debatte über ein mögliches Verbot des „Payment for Order Flow“ Systems zeigt jedoch eindeutig die Aufregung am Markt. Inwiefern der kleine ETF-Anleger oder Aktiensparer betroffen sein wird, ist derzeit offen. Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen …