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Aktienbewertung – was ist mit United Airlines?

Nur wenige Unternehmen wurden in der Corona-Krise nicht gebeutelt. Dazu gehören in erster Linie diejenigen, die ihre Produktion entweder zuvor schon oder während des Virus auf Hygieneartikel umgestellt hatten. Hersteller von Toilettenpapier, aber auch Supermärkte sind finanziell die großen Profiteure. Sie sind gleichzeitig aber auch die große Ausnahme. Die meisten wurden stark erwischt, allen voran die Reisebranche. Dass diese weiter gestrickt ist, als so mancher dachte, wurde spätestens durch die vehementen Kurseinbrüche genau dieser Unternehmen deutlich. Wer Aktien an Fluggesellschaften, Reiseveranstaltern oder Kreuzfahrtlinien hielt oder das noch immer tut, dürfte eine schmerzliche Erfahrung gemacht haben. So auch geschehen für die Anteilseigner der traditionsreichen US-Airline United Airlines. Doch ist der heftige Kurssturz eigentlich gerechtfertigt oder mehr die Konsequenz aus einer übereilten Flut an Verkäufen? Ein kleiner Überblick soll Klarheit schaffen.

Wer ist United Airlines?

Die meisten dürften diesen Namen wohl schon einmal gehört haben und deshalb auch auf die Tätigkeit des Konzerns schließen können. Einige haben vielleicht auch schon einmal Flugzeuge dieser Airline gesehen. Das Geschäftsfeld sollte also halbwegs klar sein. Wichtiger und vor allem interessanter in diesem Bezug sind momentan die harten Fakten. Diese dienen zur Abschätzung, ob die Reaktionen auf die gegenwärtigen Unternehmensnachrichten klug sind oder vielmehr aus einem hysterischen Herdentrieb resultieren. Doch zunächst einige softe Tatsachen, die die Größe von United Airlines demonstrieren sollen. Schließlich handelt es sich nicht um irgendeine Fluggesellschaft.

Das kann United Airlines

Das Unternehmen in seiner heutigen Form besteht effektiv erst seit rund einem Jahrzehnt. 2010 ging es nämlich aus der Fusion von United Airlines, Continental Airlines sowie einiger Tochtergesellschaften hervor. Seitdem sind rund 84.000 Mitarbeiter unter einem Dach vereinigt. Nimmt man die zurückgelegten Flugkilometer pro Gast zur Hand, so stellt United Airlines die weltweit größte Fluggesellschaft. Auch die Flotte kann sich sehen lassen, mit der im Jahr 2018 unglaubliche 1,7 Millionen Flüge durchgeführt wurden. Bricht man diese Zahl auf einen Tag herunter, entspricht dies ungefähr 1700 Flüge. United Airlines ist also alles andere als ein lokaler Wettbewerber, vielmehr der Global Player in der Reisebranche.

Die finanziellen Daten

Dem Aktienkurs tangieren diese Fakten natürlich nicht oder nur sehr eingeschränkt. Stattdessen zählen für ihn Zahlen über Zahlen. Nur anhand dieser quantitativen Daten formt er sich über kurz oder lang. Also erscheint ein Blick in die vergangenen Geschäftsberichte des Konzerns sinnvoll. Was sich da wiederspiegelt ist erschreckend. Nicht aber, weil United Airlines die letzten Jahre in massiven Schwierigkeiten steckte und ständig nur rote Zahlen schrieb – im Gegenteil. Erschreckend ist es aber dahingehend, dass dies der Aktienkurs und somit die Scharr an Anlegern nicht erkennt. Diese lässt sich dafür von den momentanen medialen Berichterstattungen leiten und vergisst dabei die Realität. Natürlich ist es nicht zu verleugnen, dass auch United Airlines dieses Mal ein schwaches Jahr abschließen wird. Und es sind überdies keine Fake News, dass sie Staatskredite benötigen. Das aber soll und darf nicht die dominierende Wahrheit werden. Es ist ein Stück der Realität, ganz klar. Ebenso stehen jedoch auch die ansonsten (fast) einwandfreien Gewinne zu Buche. Vielleicht sollte man sich letzteren schon jetzt wieder ein Stück weit annähern. Denn die Chance, dass United Airlines insolvent geht und die US-amerikanische Regierung nichts dagegen unternimmt, erscheint eher marginal.