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Aktien als Geheimtipp – was steckt wirklich hinter den Empfehlungen?

Die Bundesbürger interessieren sich vorwiegend in der Niedrigzinsphase verstärkt für Aktien. Die meisten Anleger greifen dabei auf bekannte Standardwerte zurück, wie zum Beispiel die Aktien, die im Deutschen Aktienindex notiert werden. Es gibt allerdings nicht wenige Kunden, die etwas spekulativer orientiert sind und gerne innerhalb eines kurzen Zeitraums mit Aktien oder Kursgewinne erzielen möchten.

Exakt diese Anleger sind besonders empfänglich für sogenannte Aktien-Geheimtipps. Mit diesen Empfehlungen lässt sich allerdings selten wirklich Geld verdienen. Wir möchten in unserem Beitrag über die Hintergründe informieren und aufklären, warum sogenannte Aktien-Geheimtipps selten eine gute Wahl sind.

Analysten geben Empfehlungen für Aktien aus

Zunächst einmal möchten wir auf die völlig seriöse Variante eingehen, nämlich die sogenannten Analystenempfehlungen. Regelmäßig bewerten beispielsweise Experten von Banken oder Börsenfachleute, wie sich bestimmte Aktien in der Zukunft entwickeln könnten. Es handelt sich dabei um unabhängige Einschätzungen und Empfehlungen, denn sämtliche Mitarbeiter von Banken und auch Vermögensberater unterliegen den sogenannten Compliance-Richtlinien. Der jeweilige Analyst darf also keinen persönlichen Vorteil davon haben, dass er eine bestimmte Aktie empfiehlt, weil er diese vielleicht selbst im Depot hat.

Die seriösen Analysten-Einschätzungen teilen sich meistens in eine der folgenden Empfehlungen auf:

  • Halten
  • Kaufen
  • Verkaufen

Anleger können sich durchaus an diesen Meinungen der Analysten orientieren, auch wenn es sich dabei natürlich nicht um eine Garantie handelt, dass dies bezüglich der Aktie der richtige Weg ist.

Was sind Aktien-Geheimtipps?

Abzugrenzen von Analystenempfehlungen, die in gewisser Weise ebenfalls Tipps darstellen, sind insbesondere die sogenannten Aktien-Geheimtipps. Solche Geheimtipps werden meistens in Verbindung mit unseriösen Empfehlungen gebracht. Diese stammen nicht selten von Personen, die absolut unbekannt sind und im Grunde mit der Finanzbranche, zumindest im medialen Bereich, nichts zu tun haben. Trotzdem gibt es jedes Jahr eine ganze Reihe von Anlegern, die solchen Geheimtipps folgen und damit oftmals sogar größere Verluste erleiden.

Im Allgemeinen versteht man unter Aktien-Geheimtipps, dass ein – wie bereits erwähnt – meistens unbekannter Tippgeber eine Empfehlung für eine bestimmte Aktie ausspricht. Ob es sich um einen Aktien-Geheimtipp oder um eine seriöse Analystenmeinung handelt, ist für Laien nicht immer sofort erkennbar. Es gibt allerdings durchaus einige Merkmale, die dafür sprechen, dass es sich eher um einen – nicht unbedingt seriösen und objektiven – Geheimtipp handelt, nämlich:

  • Unbekanntes Wertpapier wird empfohlen
  • Oftmals sogenannte Pennystocks
  • Schlagartige Verbreitung in den sozialen Medien
  • Empfehlung über Newsletter
  • Zeitdruck wird erzeugt

Auf diese Merkmale möchten wir im Folgenden etwas näher eingehen, denn dann können Sie häufig Aktien-Geheimtipps erkennen, bei denen statt der erhofften Gewinne eher Verluste drohen.

Unbekannte Aktien und oft Pennystocks

Bei den meisten Aktien-Geheimtipps werden Sie die genannte Aktie vermutlich nicht kennen. Mehrheitlich handelt es sich dabei auch um so genannte Pennystocks. Dies bedeutet, dass die Aktien einen Kurswert von weniger als einem Euro haben und damit optisch sehr günstig erscheinen. Dies gehört meistens zur Strategie des Tippgebers. Bei einem geringen Kurswert sehen viele Anleger eine größere Chance, dass dieser schnell ansteigen könnte. Häufig handelt es sich bei den Aktien um exotischere Nebenwerte, beispielsweise um einen Kupferminenbetreiber aus Neuseeland.

Dass es sich nicht unbedingt um einen seriösen Tipp handelt, können Sie häufig auch daran erkennen, dass der vorher vollkommen unbekannte Einzeltitel plötzlich überall in den Social-Media Kanälen auftaucht. Die Tippgeber bedienen sich gerne Plattformen wie Facebook, Instagram oder Twitter, um ihren angeblichen Geheimtipp zu verbreiten. Ferner wird die Aktie natürlich äußerst positiv beworben. Oft wird dazu auch eine Story erfunden, warum dieses Wertpapier in den nächsten Wochen oder Monaten ein enormes Kurspotenzial haben soll. Damit in Verbindung steht ein weiteres Merkmal, nämlich der Aufbau von Zeitdruck. Der Anleger soll dazu bewegt werden, die entsprechende Aktie möglichst schnell zu kaufen. Dies wird in aller Regel über bestimmte Slogans erreicht, wie zum Beispiel:

„Kurspotenzial von 500% in den nächsten zwei Wochen“

Der Anleger wird demzufolge unter Druck gesetzt, denn wenn er zu lange überlegt, könnte er den vermeintlichen Kursgewinn verpassen.

Wie funktionieren Aktien-Geheimtipps eigentlich?

Das Schema der unseriösen Aktien-Geheimtipps ist fast immer das gleiche. Der Tippgeber kauft die Aktien zunächst selbst und hat diese anschließend im Depot. Im zweiten Schritt unternimmt er alles Mögliche, um den vermeintlichen Geheimtipp bekannter zu machen. Hier bedient er sich der bereits angesprochen Social-Media Kanäle, einer Webseite und eines Newsletter, der manchmal sogar ohne Einverständnis der Empfänger per E-Mail versendet wird. Durch diese Marketingmaßnahmen soll erreicht wenn, dass möglichst viele Anleger die Aktie erwerben.

Ist die Strategie erfolgreich, wird der Aktienkurs zunächst deutlich ansteigen. Dies ist damit zu erklären, dass durch das verstärkte Kaufinteresse das Angebot geringer als die Nachfrage ist, sodass die Kurse naturgemäß steigen werden. Dies geht meistens auch einige Zeit gut. Allerdings nur bis zu dem Zeitpunkt, ab dem der Tippgeber der Meinung ist, dass er einen ausreichend hohen Gewinn erzielt hat. Dann verkauft er seine – meistens sehr große – Aktienposition. Dies wiederum führt meistens zu einem deutlichen Kurseinbruch am Markt.

Die Anleger geraten in Panik und wollen zumindest größere Verluste vermeiden. Daher verkaufen sie ihre Position auch, was den Negativtrend weiter verstärkt und eine Art Kettenreaktion auslöst. Das Ende vom Lied ist meistens, dass der Tippgeber einen hohen Gewinn erzielt hat, während viele Anleger sogar Verluste erleiden mussten. Daran ist deutlich zu erkennen, dass der Aktien-Geheimtipp nur eine Funktion hat: die Taschen des Tippgeber zu erfüllen.

In der Übersicht ist der Ablauf bei einem Aktien-Geheimtipp zusammengefasst der folgende:

  1. Tippgeber sucht sich eine Aktie aus
  2. Tippgeber kauft Aktien selbst
  3. Empfehlung der Aktie in möglichst großem Umfang
  4. Anleger erwerben das Wertpapier
  5. Kurse steigen
  6. Tippgeber verkauft eigene Aktienposition
  7. Kurse fallen
  8. Viele Anleger verkaufen
  9. Kurseinbruch

Im Grunde erkennen Sie bereits daran, dass der Tipp in vielen Social-Media Kanälen schlagartig verbreitet wird, dass es sich nicht um eine seriöse Empfehlung handeln kann. Dies widerspricht nämlich der Natur eines Geheimtipps, der doch eigentlich nur einer sehr begrenzten Gruppe von Personen zugänglich sein sollte. Nicht seriöse Aktien-Geheimtipps sind allerdings darauf ausgelegt, dass eben viele potentielle Käufer davon erfahren.

Sind Aktien-Geheimtipps überhaupt legal?

Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten. Vom Grundprinzip her darf natürlich jeder Bürger in Deutschland eine Aktie empfehlen und dies auch unter Zuhilfenahme sozialer Medien tun. Kritisch wird es allerdings dann, wenn die Story zur Aktie frei erfunden ist und deutlich erkennbar ist, dass Anleger im Prinzip getäuscht werden sollen. In der Praxis ist dies allerdings oft schwierig nachzuweisen. Aus dem Grund sollten Sie unter der Voraussetzung, dass einige der zuvor genannten Merkmale zutreffen, möglichst Abstand vor solchen Angeboten nehmen oder diese zumindest ganz genau und sehr kritisch prüfen.

 

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